Wir überzeugen durch unser Tun und gute Argumente

Leider erfähren die Bio-Landwirte wenig Unterstützung durch Einrichtungen wie z. B. die Landesbauernverbände. Ich habe den Eindruck, dass die Vorsitzenden mit Ihren zum Teil hunderten von Hektar großen Betrieben, die Öko-Landwirte Konkurrenz im eigenen Haus empfinden. Diese Haltung führt zu einer unnötige Spaltung unter den Landwirten.

In Hessen gipfelte diese Verhalten in einer durch den dortigen Präsident Schneider betriebenen Homepage, in der er - unhaltbare - Argumente gegen die ökologische Landwirtschaft veröffentlichte. Peinlich für ihn: nach Protesten und der Punkt-für-Punkt-Widerlegung seines Pamphlets, nahm er die Seite wieder vom Netz.


Hier die Gegendarstellung:

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Der Schaden der solch (bitte entschuldigen Sie an dieser Stelle meine direkte Ausdrucksweise) dummes Geschwätz von hochoffizieller Seite dem Image der Landwirte zufügt, ist nicht zu beschreiben. Schon gar nicht, wenn man den Ruf der Verbraucher nach gesunden Nahrungsmitteln aus transparenter Erzeugung ganz offensichtlich als äußerst lästig empfinde (ich sage nicht ausdrücklich Bio-Nahrungsmittel).

In Baden-Württemberg ist eine solche Entgleisung noch nicht vorgekommen. Dennoch zeigen Portale wie "meine.Bauernfamilie", dass man das Ansinnen der Verbraucher nicht verstanden hat. Man reduziert ein Problem, nämlich das oft angeschlagene Vertrauen des Verbrauchers in die Produktion pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel auf eine Diskussion Pro oder Contra Bio - doch darum geht es gar nicht. Man versteht nicht, dass der Umgang mit Lebewesen und der Natur durchaus einer ehtischen Hinterfragung bedarf und standhalten muss.

Die Ökolandwirtschaft geht noch einen Schritt weiter. Hierzu ein Zitat aus dem oben verlinkten offenen Brief.

"Es geht hier nicht um moralische Kategorien. Es geht um die Frage: welchen Weg müssen wir nehmen, damit unsere Landwirtschaft zukunftsfähig wird, damit die Generationen nach uns auf Dauer dieselben Ressourcen vorfinden und nutzen können, wie wir das tun. Unter diesem Blickwinkel führt eine zunehmend industrieller werdende Landwirtschaft ins Aus. 

Auch der Ökolandbau ist weit davon entfernt, alle Probleme endgültig gelöst zu haben. An vielen Stellen kann man uns deshalb zu Recht kritisieren. Wir verstehen das, was wir tun, nicht als fertigen Zustand, sondern als Weg. Und dass dieser Weg in die richtige Richtung geht, das zeigen die vielen Studien ... Wir können ihn nur zusammen mit den Verbrauchern und der ganzen Gesellschaft weiter entwickeln."

Abschließend möchte ich mich zum wohl dümmsten Argument gegen Bio äußern, das da lautet:  

                                     "Mit Bio bekommt man die Welt nicht satt". 

Solange ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Produkten nicht auf dem Teller, sondern auf dem Müll oder wieder auf den Feldern landet oder eine undurchdachte Endergiepolitik die Flächen auffrißt, brauchen wir uns in unseren Breitengraden nicht über Flächenknappheit zu wundern. 

In den armen Ländern hat man (noch) ausreichend Flächen. Was man dort nicht braucht, sind Konzerne, die riesige Areale aufkaufen, so dass die Einheimischen vor Ihrer Haustür keinen Ackerbau mehr betreiben können. Was man braucht ist bezahlbare Technik, bezahlbares Saatgut, bezahlbare Hilfsstoffe- keinesfalls Abhängigkeit von Agrarkonzernen. Man braucht dort sichere Ernten aber sicher keine Rekorderträge.

Wer sich mit der Landwirtschaft auseinandersetzt wird feststellen, dass die Form der  Landwirtschaft, die sich alle Menschen leisten können und die ihre Ernährung dauerhaft und nachhaltig sicherstellt von der ökologischen Variante nicht weit entfernt ist. 

Als Fazit bleibt für mich "Nur mit Bio bekommt man die Welt satt". So wird ein Schuh draus.

Weitere Informationen:

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