Rücksichtnahme

Dieser Begriff ist nach unserem Verständnis fast ein Synonym für ökologische Landwirtschaft.

Rücksichtnahme - in Bezug auf Umwelt, Boden, Wasser, Luft, Pflanzen, Tiere, Energieeinsatz/-effizienz und nicht zuletzt den Mitmenschen, dem dies alles schließlich am meisten dient- ist der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Bio-Betriebes.

Zum Teil gibt es hierzu klare Vorgaben. Zum Teil gibt es Ratgeber. Und es gibt den gesunden Menschenverstand.

Ein Beispiel für die Rücksichtnahme ist die Art und Weise, wie man seine Wiesen mäht. Über eine geänderte Vorgehensweise bei der Mahd kann man Wildverluste durch Mähtod deutlich reduzieren. Hierzu gibt es etliche Ratgeber. Natürlich richten sich die Ratschläge zur Schonung des Wildes auch an konventionell arbeitende Betriebe. Wir als Bio-Betrieb fühlen uns hierzu verpflichtet.

Hier Beispiele aus verschiedenen Ratgebern

Wobei die Frühmad bei uns die absolute Ausnahme darstellt. In Landschafts- und Naturschutzgebieten oder bei Wiesen mit erfahrungsgemäß hohem Wildbesatz findet sie keinesfalls Anwendung.

Und so kann das in der Praxis aussehen

Naturschutzgebiet "Silz" in Altlußheim

Natürlich ist diese Methode etwas aufwändiger und mit einer Umstellung der gewohnten Arbeitsweise verbunden. Und es verhindert den Mähtod selbst bei der späten Mahd nicht gänzlich. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung und den Aufwand wert.

Was uns stört:

Dass man die Landwirte hinsichtlich der Verluste durch den Mähtod derart anprangert. Es gibt bis heute keine verlässliche, bezahlbare und wirtschaftlich anzuwendende Technik zur Erkennung oder zum Vertreiben des Wildes (wohl aber kann der Mensch auf den Mond fliegen, das Licht auf der Toilette von unterwegs übers Handy ausschalten - von den Möglichkeiten modernster Militärtechnik mal ganz zu schweigen ...).

Wie immer hat die Medaille zwei Seiten.

Wir hatten vor Jahren damit begonnen, die uns bekannten Jagdpächter vor der Mahd zu informieren, damit diese Maßnahmen zur Wildrettung einleiten können. Mit wenig Erfolg. die Zusammenarbeit muß hier einfach besser werden. Wir werden die Initiative nochmals ergreifen und unsere Adresse an den Hochsitzen hinterlassen. Die Information an die Jäger wird möglichst mit genügend zeitlichem Vorlauf stattfinden.